Augmented Reality im Buchhandel: Jussi Adler-Olsens „Erlösung“


“Augmented Reality” hält immer stärker Einzug in die Marketingstrategien vieler Unternehmen. Als ich vor kurzem den Thriller „Erlösung“ von Jussi Adler-Olsen lass, konnte ich feststellen: Auch der Buchhandel hat das Thema für sich entdeckt.

Was ist eigentlich Augmented Reality?

Diese erweiterte Realität ist eine Mischung aus wahrgenommener und vom Computer gestützter Realität. Im Gegensatz zu der Virtual Reality, bei der der Benutzer komplett in eine virtuelle Welt eintaucht, geht es bei Augmented Reality darum, dem User weitere Zusatzinformationen zu der wahrgenommenen Realität zur Verfügung zu stellen, die alle menschlichen Sinnesmodalitäten anspricht. Ein Beispiel wäre ein elektronisches Gerät, das nur virtuell existiert, aber auf echte Berührung reagiert.

Kompliziert? Unter dem Szenesprachen Wiki des Dudens habe ich die beste Definition gefunden: „Die erweiterte Realität ist eine neue Form der Mensch-Technik-Interaktion, bei der virtuelle Objekte in reale, durch eine Videokamera bereitgestellte Szenen in Echtzeit so eingefügt werden, dass sie räumlich korrekt positioniert sind und das reale Bild ergänzen. Die digitale Information verschmilzt mit der Umwelt des Benutzers, sodass der Nutzer die aktuell wichtigen Informationen direkt an dem Ort erhält, an dem er sie benötigt.“

Weitere interessante Beispiele können Sie im Artikel „Augmented Reality – ich sehe was, was du nicht siehst.“ nachlesen.

Augmented Reality in „Erlösung“

Aber nun zurück zu Jussi Alder Olsen und seiner Augmented Reality. Ganz vorne im Buch befindet sich ein kleines Emblem mit einer Flasche und einer Webadresse (www.dtv.de/ar/erloesung). Man benötigt eine Webcam und eine Internetverbindung um zu einer interaktiven Landkarte zu „Erlösung“ zu gelangen.

Jussi Adler Olsen - ErlösungDas Flaschensymbol in die Webcam gehalten, die Flasche geschüttelt und schon geht es los. So steht es zumindest in der Anweisung auf der dtv Seite. Ich muss gestehen, ich bin gescheitert. Ich habe die Falsche geschüttelt und gedreht – ohne Erfolg. Auch in einigen Rezessionen habe ich die gleichen Ergebnisse nachlesen können. „Idiotensicher“ ist diese Art der Bereitstellung von Zusatzinformationen nicht.

Wenn Sie auf „Los geht´s“ klicken müssen Sie zuerst noch zulassen, dass der Adobe Flash Player Zugriff auf Ihre Webkamera erhält. Darunter steht der kleine Nebensatz: „Sie werden eventuell aufgezeichnet.“ Wahrscheinlich ist alles nur ein Marketinggag und ich bin jetzt nach meinen zahlreichen Versuchen bei „Verstehen Sie Spaß“ gelandet. Was soll´s, den Zugriff auf die Karte, kann aber auch ohne Webcam erhalten.

Hier lernen wir also die Umgebung der Ermittlungen von Vizekommissar Carl Mörck vom Sonderdezernat Q der Kopenhagener Kriminalpolizei genauer kennen. Sein Haus, seine Arbeitsstelle, das Haus des Mörders und vieles mehr. Die Schauplätze sind nach Kapitel aufgeteilt. Gehen Sie also am besten erst auf die Seite, wenn Sie das Buch bereits gelesen haben.

Um was geht es: Carl Mörck hat in seinem dritten Fall eine verwitterte Flaschenpost auf den Tisch bekommen, die einen Hilfeschrei beinhaltet, der bereits Jahre zurückliegt. Der nahezu unleserliche Brief wurde mit menschlichem Blut geschrieben, von zwei Jungen, die Jahre zuvor entführt wurden, ohne dass die Eltern jemals eine Vermisstenanzeige aufgegeben hatten.

Auf der Webseite findet man exklusive Videointerviews, in denen Adler-Olsen Einblicke in seine Arbeit gibt und gleichzeitig Hintergrundinformationen zu den Schauplätzen des Romans liefert. Der Autor spricht Englisch, es gibt zusätzlich deutsche Untertitel.

Fazit:

Aber handelt es sich hierbei wirklich um Augmented Reality? Wohl eher um Audiokommentare, die man häufig auch als Bonusmaterial auf DVDs findet. Es zeigt aber trotzdem, dass der Begriff Augmented Reality sich immer stärker in den „normalen“ Sprachgebrauch integriert.

Zum Schluss auch noch ein Buchfazit. Adler-Olsen schreibt phantastische Skandinavien Krimis. „Erlösung“ ist äußerst spannend. Dass die Titel stark an Stig Larssons Trilogie erinnern, ist ein Marketingtrick des dtv Verlags. Die dänischen Titel sind hier völlig anders. Also Daumen nach oben! Leseempfehlung.

Aber nachdem wir hier ja keine Krimicouch (eine Seite die ich allen Krimifans übrigens nur wärmstens empfehlen möchte) oder ähnliches sind, wurmt es mich doch, beim Thema Augmented Reality gescheitert zu sein. Gibt es jemand, der es geschafft hat?

Kai-Uwe Gutsch
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