Baidu – Chinas Nummer 1 in Sachen Suchmaschinen


Wir befinden uns im Jahr 2013. Die ganze Welt ist von Google besetzt…. Die ganze Welt? Nein! Ein von unbeugsamen Chinesen bevölkertes Land hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für Google im Land der Mitte, denn die eigene Suchmaschine Baidu hat hier einen Marktanteil von 63%.

Für globale SEO Kampagnen ist die Übermacht Googles durchaus eine Erleichterung. Wer allerdings mit seiner Website in China Fuß fassen möchte, muss sich mit Baidu und seinen Eigenheiten beschäftigen. Die wichtigsten Unterschiede möchte ich hier kurz aufzeigen.

Wer steckt hinter Baidu

Baidu ist ein chinesisches Unternehmen, das im Jahr 2000 in Peking gegründet wurde. Inzwischen arbeiten über 6.000 Mitarbeiter für Baidu und laut der Alexa Statistik gehört die Suchmaschine inzwischen zu den zehn weltweit am häufigsten aufgerufenen Webseiten.

Nach dem Börsengang im August 2005 wurden die beiden Gründer Robin Li und Eric Xu zu Milliardären. Li steht inzwischen in der Forbes Liste der reichsten Männer an Position 258.

Allerdings gerät das Unternehmen durch seine Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden immer wieder in Verruf. Das systematische Filtern gewisser Inhalte sowie eine Sperrung von Nutzern, die nach speziellen Inhalten suchen, sind nur einige Beispiele. Zentraler Anlaufpunkt bleibt die Suchmaschine aber gerade in den Bereichen Unterhaltung und Konsum.

Baidu - Chinas Nummer 1

Baidu – Chinas Suchmaschine Nummer 1

Der Aufbau oder besser gesagt die Verzweigung des Konzerns geht immer mehr in Richtung Google. Neben Baidu Maps, gibt es einen eigenen Browser, eine Baidu Cloud, die Baidu Bibliothek eine Frage-Antwort-Seite und mit Baidu Tieba ein eigenes soziales Netzwerk mit vier Millionen Foren.

Auch Expansionen ins Ausland sind inzwischen getätigt worden. Seit 2008 bietet Baidu seine Dienste auch in Japan an. In Thailand, Vietnam, Ägypten und Brasilien ist man mit einem Dienst namens Hao123 gestartet, einem Navigationstool, das die beliebtesten Webseiten des jeweiligen Landes zusammenstellt. Baidu lernt momentan viel von Google. Wie bei vielen chinesischen Anwendungen stellt sich die Frage, wann können sie es besser als die Vorbilder?

Die Hauptunterschiede von Google und Baidu

Wie bereits erwähnt, lernt Baidu viel von Google. Sie verbessern stetig Ihre Services, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist der Abstand zu den Amerikanern, was den Suchprozess und die technologischen Voraussetzungen angeht noch groß.

Es schadet also in keinem Fall sich bei SEO Projekten an die gültigen Google Richtlinien zu halten. Dann haben Sie die Grundlage Ihrer Hausaufgabe bereits gemacht. Kleine Unterschiede gibt es aber dennoch.

Schauen wir uns einmal einige Rankingkriterien an und vergleichen Baidu mit Google. Für beide Suchmaschinen sehr wichtig ist der Page Title. Die Meta Description, die bei Google lediglich den Text unter den Suchergebnissen anzeigt, ist bei Baidu ein weiteres Hauptkriterium. Ähnlich verhält es sich mit den Meta Keywords. Bei Google bereits aus den Rankingkriterien gefallen, bei Baidu extrem wichtig. Auch Heading Tags und Alt Tags bieten für die chinesische Suchmaschine starkes Optimierungspotential. Inbound Links werden ebenfalls unterschiedlich gesehen. Bei Google zählt die Qualität der Links, bei Baidu die Quantität.

Wie werde ich von Baidu indiziert?

Was Sie nicht vergessen sollten, ist das Submitting Ihrer Seite bei Baidu. Auf der Plattform Open Baidu können Sie Ihre Webseite eintragen und somit sicher sein, dass die Baidu Spider Ihre Seite auch indizieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, wie auch bei Google, das Erstellen einer Sitemap. Um sicher zu gehen, dass auch alle Seiten in Baidu indiziert werden, können Sie unter sitemap.baidu.com Ihr Inhaltsverzeichnis einstellen. Auf dieser Webseite befinden sich allerdings nur wenige englische Begriffe, so dass Sie hier besser mit einem chinesisch sprechenden Kollegen zusammenarbeiten sollten.

Auf was Sie bei Ihrer chinesischen Webseite achten sollten

China ist groß und ein Land voller unterschiedlicher Dialekte und damit auch voller unterschiedlicher Schriftzeichen für ein und dasselbe Wort. Baidu hat sich darauf festgelegt nur Seiten zu indizieren, die die einfachen traditionellen chinesischen Zeichen benutzen. Ein Vorteil für alle ausländischen Firmen, die sich keine Gedanken machen müssen, in welchem Dialekt sie ihre Seite übersetzen sollen.

Achten Sie bei Ihrem HTML Coding darauf, dass Sie UTF-8 benutzen. Mit ISO-88XX-X können Sie nur begrenzt Zeichen aus verschiedenen Sprachen darstellen. Mit UTF-8 können bis zu 4 Byte, das heißt 1.114.112 Zeichen dargestellt werden. Genug, um die Zeichen aller Sprachen aufzunehmen und jedem Zeichen eine eindeutige Nummer zu geben.

Nachdem Google seine Suchmaschine 2010 aus China zurückgezogen und nach Hong Kong verlegt hatte, stand sofort Bing in den Startlöchern und versuchte sein Glück. Die Microsoft Tochter konnte sich aber nicht auf dem chinesischen Markt behaupten und erreichte lediglich einen Marktanteil von 2%. Daraufhin zogen sich die US Amerikaner wieder aus China zurück, vereinbarten aber eine Partnerschaft mit Baidu. Warum erwähne ich das hier? Schauen Sie sich einmal Ihr Bing Ranking an. Wenn Sie ein gutes Bing Suchergebnis mit Ihrer englischen Seite haben und mit Ihrer traditionellen chinesischen Seite ebenfalls gut ranken, können Sie sicher sein, dass Sie für den chinesischen Markt extrem gut aufgestellt sind.

Und nachdem es wieder einmal zu viel zu berichten gibt, muss ich den Artikel leider aufteilen. Wie Sie am besten on-page und off-page SEO in China betreiben, auf welche User Behavior Sie im Reich der Mitte achten müssen, erfahren Sie im nächsten Artikel.

Kai-Uwe Gutsch
(Follow Me – Der Social Media und Online Marketing Blog)

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