Die Zukunft des Fernsehens – YouTube, Myvideo, Smart TV, HbbTV

Wie entwickelt sich die Zukunft des Fernsehens? Die Kopplung mit dem Internet ist ja bereits jetzt mit der aktuellen Generation der Smart TV Fernseher Standard. Auch wenn laut einer aktuellen Studie, wegen der komplizierten Bedienung der Geräte, momentan nur 62 Prozent den Online Zugang ihres internetfähigen Fernsehers nutzen, wir sich dieser Trend nicht aufhalten lassen. Ebenso ist es mit HbbTV, das den Vorteil bietet, sich jede verpasste Sendung per Internet ansehen zu können. Spätestens wenn bereits auf dem Starbildschirm der persönliche YouTube oder Myvideo Kanal erscheint, werden sich diese Zahlen gewaltig ändern.

Fernsehen wann und wo man will. Dieser Wunsch steht bei Vielen ganz oben. Das klassische Fernsehen punktet deshalb auch nur noch bei Liveübertragungen. Zwar versuchen viele Sender inzwischen mit Second Screen Angeboten, als Ergänzung zum herkömmlichen Programm, sich ihre klassische Programmstruktur zu erhalten, aber YouTube & Co. sowie Filmabrufdienste stehen für eine Wachablösung bereit.

YouTube und seine neuen Internetstars

Besonders das junge Publikum ist mit den klassischen Medien immer weniger zu erreichen. Eine neue Generation von Internet-Stars macht es vor, wie eine professionelle Zielgruppenansprache zukünftig aussehen muss. Y-Titty, Sarazar, Gronkh, LeFloid oder DIE AUSSENSEITER heißen die erfolgreichsten deutschen YouTuber, die mit Comedy, Let´s Plays und vor allem mit direkter Interaktion mit den Fans über alle Social Media Kanäle zu wahren Onlinehelden aufgestiegen sind.

Produziert wird in Masse aber unter professionellsten Bedingungen. Bis zu drei Videos pro Woche werden von den neuen YouTube Stars online gestellt. Eigenständige Content Produzenten wie Mediakraft, IDG oder Massive kümmern sich um die Produktion und Vermarktung des Inhalte.

Auch YouTube hat deren Beliebtheit längst erkannt und stattet insgesamt 160 „Original Channels“ mit Budgets von bis zu 5 Millionen Dollar aus, um neue interessante Kanäle zu entwickeln. Und die Onlinestars gehen als Werbepartner auch nicht leer aus. Diese können entweder eigenständig oder mit Hilfe von Agenturen Ihre Kanäle selbst vermarkten. 30% der Werbeerlöse gegen dabei an den YouTube Besitzer Google.

Längst hat sich YouTube zu einem gigantischen Werbeimperium aufgeschwungen. Viereinhalb Milliarden Videoabrufe pro Monat und Werbeinnahmen von 5,6 Milliarden Dollar in 2013 machen dies deutlich. Mit Werbeangeboten, wie den Trueview Spots ist Werbung auf diesen Kanälen auch für Werbetreibende eine immer interessante Angelegenheit geworden. Hier zahlen Unternehmen nämlich nur, bei komplett angesehener Pre-Roll. Bei langen Spots liegt die Bezahlgrenze bei mindestens 30 Sekunden. Und das obwohl diese Spots extrem teuer sind und per Auktion vergeben werden. Die direkte und optimal segmentierte Zielgruppenansprache ermöglicht diese hohen Preise.

Allerdings ist auch YouTube nicht unantastbar. Gerade im Bereich von Livestreams zeigt der US Riese Schwächen, die von anderen Anbietern, wie z.B. Myvideo, ausgenutzt werden. Auch in Sachen Branding bietet Myvideo deutlich mehr. Hier können Markenkanäle Second Screen und Smart-TV-Apps zu einem Multiscreen-Komplettpaket buchen. Welche Wirkung Livestreams haben können, zeigen Sarazar und Gronkh seit Mai 2012 auf Myvideo. Hier spielen die Zwei neue Online Games an oder führen gemeinsame Aktionen mit der Online Community durch. Diese Livestreams erreichen regelmäßig über 150.000 Zuschauer – in Spitzen bis zu über 1.000.000 Teilnehmer.

Fazit:

Das Fernsehen wie wir es momentan kennen, gehört bald der Vergangenheit an. Fernsehen und Internet werden immer stärker verschmelzen, integrierte Social Media Inhalte werden zur Selbstverständlichkeit gehören, Fernsehen wird überall stattfinden – wo und wann man will. Interaktion und dadurch Mitbestimmung steht im Vordergrund und keine vorgekauten Inhalte.

Kai-Uwe Gutsch
(Follow Me – Der Social Media und Online Marketing Blog)