Greenpeace und seine viralen Marketingkampagnen


Über virales Marketing habe ich bereits des öfteren auf diesem Blog berichtet. Dieses Mal möchte ich mir ein Paradebeispiel herauspicken, für die gekonnte und erfolgreiche Verbreitung von Internetvideos: Greenpeace

Greenpeace attackiert Volkswagen

VWs erfolgreiche Werbung mit dem kleinen Darth Vader, die der Öffentlichkeit erstmalig beim Super Bowl Ende Januar in den USA präsentiert wurde, hat mit dem Spot einen durchschlagenden Erfolg im Fernsehen und im Internet gefeiert. Alleine 40 Millionen User sahen den Film bei YouTube.

Greenpeace vs. VWJetzt greift Greenpeace diese Kampagne mit einem zweiteiligen Spot auf, indem behauptet wird, dass Volkswagen die Umwelt gefährde, weil sich die Firma dem Stopp von CO2 Emissionen verweigere. Ein Frontalangriff gegen den deutschen Autohersteller unter dem Motto „Die dunkle Seite des Volkswagen Konzerns“.

Laut der Umweltschutzorganisation werden von VW seit Jahren Konzepte für Ein-, Zwei- und Drei-Liter-Autos entwickelt, im Verkauf allerdings vor allem auf „Spritschlucker“ gesetzt. Zudem verhindere der Konzern strengere Vorgaben für den Klimaschutz.

Von VW gibt es noch keine offizielle Stellungnahme. Die Videos verbreiten sich jedenfalls über Facebook und YouTube in rasender Geschwindigkeit und dürften dem Automobilhersteller keine Freude bereiten.

Give the Orang-Utan a Break

Und VW ist nicht das erste Opfer von Greenpeace. Nestle, die lange Zeit Palmöl für die Herstellung ihrer Schokoriegel Kitkat verwendeten, waren erst Anfang des Jahres Ziel einer viralen Kampagne. Nachdem Nestle versuchte gerichtlich gegen die Umweltschützer vorzugehen und den Film von YouTube löschen ließ, lief die Kampagne erst richtig an und wurde zu dem Paradebeispiel einer Mouth to Mouth Aktion im Internet.

Alle großen Medien berichteten über das Nestlevorgehen und auch über deren Einstellung zum Thema Umweltschutz. Auf den großen öffentlichen Druck hin, änderte Nestle schließlich seine Einstellung zu Palmöl. Ein großer Erfolg für Greenpeace und seine viralen Marketingkampagnen.

Dove vs Greenpeace

Aber Greenpeace geht den Weg über virale Videos bereits seit einigen Jahren. Bereits 2009 bekam Dove die Kritikpunkte der Umweltschutzorganisation deutlich zu spüren. Auch in diesem Feldzug ging es um die Verwendung von Plam-Öl und die Ausrottung des Lebensraumes von Uran Uthas. Aber auch das Thema Magersucht war ein Punkt eines Spots. Das Ergebnis waren die neue Dove Kampagne in denen plötzlich keine mageren Modells mehr im Vordergrund standen, sondern „normale“ Frauen in den Mittelpunkt rückten. Eine Kampagne von Dove, die stark positiv aufgenommen wurde. Wenn man die Hintergründe jetzt ein bisschen genauer kennt, weiß man, wer für das Umdenken der Kosmetikfirma wirklich verantwortlich war.

Virales Marketing braucht Kreativität

Greenpeace hat mit diesen Spots deutlich die Wirkungsmöglichkeiten von viralem Marketing gezeigt. Und dieses Element lässt sich nicht nur in der von Greenpeace gezeigten Art und Weise sinnvoll in sein Marketingkonzept integrieren. Wichtig ist eine gute Story. Eine Geschichte, die der User weiterempfehlen möchte. Sei es, weil es sich um einen lustigen Inhalt handelt oder sei es, weil die Story außergewöhnlich ist. Menschen lieben Geschichten. Wenn sie gut sind, werden sie verbreitet, ob als Video, als Podcast oder als Textbeitrag. Virales Marketing braucht Kreativität, dann klappt es auch mit der Verbreitung.

Kai-Uwe Gutsch
(Follow Me – Der Social Media und Online Marketing Blog)

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