Schwere Entscheidung oder wie Kleine groß rauskommen: Mobile App versus mobile Website


Der Hype um Smartphones und Tablet-PC befeuert den Markt für mobile Anwendungen. Apps gehören zum guten Ton. Doch für Mobile Einsteiger sind mobile Websites meist besser geeignet.

Wirft man dieser Tage einen Blick auf das Thermometer fallen einem spontan einige Vorteile ein, die ein netzwerkfähiges Heizsystem haben kann – zumindest für online-affine Wohnungsinhaber, die über ein Smartphone verfügen. Entsprechende Informationen vom Heizkessel werden dann direkt per E-Mail auf das internetfähige Smartphone gesendet. Doch das ist noch lange nicht alles. Inzwischen bieten Hersteller von Heizungsanlagen Apps, also Applikationen für das Smartphone an, mit der sich die Heizung bequem über das Smartphone bedienen lässt. Die Bedienoberfläche entspricht dabei dem herkömmlichen Display der Fernbedienung über die z.B. Raumtemperatur, Sparbetriebe etc. eingestellt werden können.

Welches App nehme ich?

Jedes dritte verkaufte Smartphone in Westeuropa ist bereits internetfähig, Tendenz steigend. Viele Firmen ziehen bei diesem Trend mit und wollen für Ihre Dienstleistungen oder Produkte eigene Apps entwickeln. Die meisten starten mit der i-Phone-App und ziehen mit einer App für das aufstrebende Google-Betriebssystem Android nach. Experten raten mittlerweile dazu mehrere Betriebssysteme abzudecken. Neben Apple und Google sind inzwischen auch die Betriebssysteme von Microsoft-Handys interessant. Doch für die App-Programmierung drei Betriebssysteme abzudecken ist kostspielig und kann im Laufe der Zeit durch Pflege- und Aktualisierungsaufwendungen zu erheblichen Kosten führen. Hinzu kommen Vermarktungskosten. Experten schätzen, dass für die Pflege, Updates und Vermarktung mindestens noch einmal die gleiche Summe eingeplant werden sollte wie für die Entwicklung.

Einer unter 500.000

Wer im App-Store unter 500.000 Apps auffallen möchte, muss geschickt vorgehen. Eine App wird in der Regel nur dann gekauft oder heruntergeladen, wenn die richtige Kategorie, gutes Icon sowie ein prägnanter Titel und ein attraktiver Preis gewählt wurde. Dabei sollten sich die PR- und Marketingaktivitäten auf den ersten Tag konzentrieren. Denn wer bei Neuerscheinungen sichtbar ist, schafft es in der Regel auch in anderen Kategorien aufzusteigen.

Mobile App versus mobiler Website

Angesichts des hohen Kostenaufwands dürften vor allem kleine Unternehmen von der Idee einer eigenen App zunächst Abstand nehmen. Eine wirkliche Alternative bietet hier die internetfähige Website. Denn eine mobile Website wird über den Browser angesteuert und funktioniert unabhängig vom Betriebssystem des Smartphones. Natürlich sind auch hier noch klassische Suchmaschinen-optimierungen notwendig. Auch SEA, Suchmaschinen-Advertising, ist ratsam. Allerdings sollte die mobile Website gegenüber der normalen Website deutlich entschlackt werden. Hier sollte man sich vor allem auf die wirklich wichtigen Informationen beschränken, Informationen gut lesbar darstellen und alles Unwichtige weglassen.

Die Entscheidung für eine mobile Website oder eine App ist allerdings auch eine strategische Entscheidung. Denn während bei einer Suche die Website den Erstkontakt herstellt, wird eine App häufig von Nutzern heruntergeladen, denen das Unternehmen bereits bekannt ist. Die App eignet sich also in erster Linie zur Kundenbindung, die mobile Website zur Neukundengewinnung.

Hier die wichtigsten Begriffe im Überblick:

App – Application:
Im Mobile Marketing versteht man darunter Zusatzprogramme, die sich Nutzer auf ihre internetfähigen Mobilfunkgeräte laden können.

HTML 5:
Weiterentwicklung der Hypertext Markup Language. Eine Programmiersprache für Websites. HTML 5 ist aktuell noch in Entwicklung, soll jedoch einige Funktionen wie Video, Audio und dynamische Grafiken direkt unterstützen.

Mobile Website:
Das Pendant zur klassischen Website. Sie wird über Browser angesteuert und von Suchmaschinen gefunden.

Mobile SEO:
Für die Suchmaschinenoptimierung gelten die gleichen Regeln wie im klassischen Web. Das kleine Display rückt die Top-Platzierungen jedoch stärker in den Fokus. Oft muss ab Suchtreffer drei gescrollt werden.

Native APP:
Eine native App wird explizit für ein bestimmtes Smartphone-Betriebssystem programmiert. Um sie zu aktualisieren, muss der Nutzer ein Update herunterladen.

Web APP:
Hierbei handelt es sich nicht um eine App, sondern um eine mobile Website, die wie eine App anmutet. Sie kann über den Browser angesteuert werden. Häufig ist es möglich, ein Lesezeichen im App-Look auf dem Home-Bildschirm des Smartphones zu speichern.

Frank Hasenöhrl
(Follow Me – Der Social Media und Online Marketing Blog)

  1. #1 von Sharif am 9. Februar 2012 - 13:11

    Eine sehr gute Darstellung. Ich empfehle gerade kleinen und mittleren Unternehmen nahezu immer eine mobile Website. Durch die Möglichkeiten von HTML5 stehen diese nativen Apps kaum nach und sind dafür plattformunabhängig. Die wenigsten Unternehmen brauchen wirklich die speziellen Funktionen, die nur eine App bieten kann.

    Unsere Kunden richten sich ihre mobilen Websites unter http://mobile-website-generator.com selbst ein und können diese bequem über ein Mini-CMS pflegen. Das schont das Budget und ist flexibler als die meisten App-Lösungen.

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