Das Internet – die Zukunft der Werbung!

Vergangene Woche fanden in München die 25. Medientage statt. Einer der Hauptsprecher Florian Haller, der Geschäftsführer der Serviceplan Gruppe hielt einen Vortrag zum Thema „Mobile, Local, Social – Dreiklang der vernetzten Gesellschaft“, indem er auf die Einflüsse des Internets auf viele Bereiche des täglichen Lebens einging.

Hier einige interessante und schöne Beispiele:

Zum Thema Liebe: Jeder zweite Single sucht seinen Partner aktuell im Internet. Von fünf Paaren, findet sich eines im Netz und man geht inzwischen auch davon aus, dass von fünf Scheidungen, bei einem Paar die Aufdeckung einer Affäre auf Facebook auschlaggebend ist.

Zum Thema Politik: Die nordafrikanische Revolution hatte ihren Ursprung in den sozialen Netzwerken. 94% der Ägypter haben während der Demonstrationen und Aufstände ihre Informationen aus sozialen Medien erhalten und sich darauf verlassen. 85% sind den privaten und unabhängigen Medien und lediglich 40% dem Staatsfernsehen gefolgt.

Zum Thema Industrie: In den USA verkauft Amazon auf 100 Bücher bereits 105 eBooks. Die Musikindustrie hat sich inzwischen mit dem Wunsche der Kunden nach Download-Möglichkeiten abfinden müssen und auch Film und Fernsehen stehen vor einer grundlegenden Änderung.

Zum Thema Werbung: Von 18 Milliarden Werbeausgaben 2010 in Deutschland wurden rund 20% in Onlineaktivitäten gesteckt. Laut PricewaterhouseCooper wird diese Zahl bis 2014 auf 32% ansteigen. Damit hatte das Internet sowohl Radio als auch Fernsehen überholt.

Zum Thema Nutzungsdauer der Medien: Jüngere Menschen sind aktuell 144 Minuten täglich online. Sie lesen nur 10 Minuten in der Tageszeitung. Bei unter 30-jährigen hat die Internetnutzung bereits mit dem Fernsehen gleichgezogen. 15% Ihrer Zeit im Netz verbringen Menschen im Schnitt bei Facebook – Tendenz stark steigend.

Zum Thema Mobilität: 40% aller besser verdienenden besitzen Smartphones oder planen sich innerhalb der nächsten drei Monate ein solches Gerät zu kaufen. Tablets liegen aktuell bei 25%. Der große neue Trend mit internetfähigen Fernsehern ist bereits am Laufen.

Laut Florian Heller ist das Internet die Medienplattform schlichtweg, die bald über 50% der Werbebudgets beschlagnahmen wird. Das wird das komplette Kampagnenverhalten der Werbung radikal verändern.

Neuerungen in der digitalen Werbung

Durch Targeting-Methoden sind wir plötzlich in der Lage unsere Angebote an detaillierte Profile zu richten, die ich sehr präzise dem Produkt- oder Dienstleistungsspektrum anpassen kann. Das ist übrigens auch der große Wert von Facebook. Hier gibt es Profildaten, nach denen sich Agenturen und Industrie die Finger abschlecken. Es wird nicht mehr lange dauern, da handelt es sich nicht mehr um einen Skandal, wenn der US-Riese Daten weiter gibt. Es wird die Regel sein, solche Profile für teures Geld zu kaufen und somit perfekt aufgestellt zu sein, wenn die eigene Onlinekampagne ins Netz geht.

Auch YouTube wird eine immer größere Rolle in der Werbung spielen, denn bewegte Bilder führen bei den immer besser werdenden Netzen, zu einer immer häufiger genutzten emotionalen Ansprache der Interessenten. Auch die Preise für Produktionen solcher Internetspots sind verglichen mit einem Fernseh- oder Kinospot wesentlich günstiger.

Die Welt ist zwar global zusammengerückt, aber die Individuen, die durch perfekte Nutzerdaten gezielt angesprochen werden können, lassen sich auch geografisch sehr gut zuordnen. Dies wird zu einer weiteren Neuerung führen. Kampagnen müssen nicht mehr weltweit ausgerollt werden, Marken nicht mehr global beworben werden. Der exakten Lokalisierung steht nichts mehr im Weg. Nicht nur Plattformen wie Forsquare, Groupon oder Facebook Places zeigen diesen Trend zur regionalen Kundenansprache auf.

Aber die Werbung muss auch in Sachen Qualität zulegen. Im Internet hat man nicht mehr die Möglichkeit, den Verbrauchern im Rahmen eines festen Werbeblogs die unterschiedlichen Spots vorzusetzen. Der User entscheidet selbst, was er sehen möchte. In Facebook wird dies besonders deutlich. 83% aller deutschen Firmen sind in der Plattform vertreten. Fragt man aber nach, ob Werbung oder die Kontaktaufnahmen gewünscht sind, erhält man als Antwort ein glattes Nein. Wer erfolgreich seine Werbung im Web platzieren möchte, muss darauf achten, dass der User auch „Lust“ hat, sich den Spot oder die Infos anzuschauen.

Und wie erreicht man dieses Ziel? Da sind wir wieder beim Thema Social Media angelangt. Social Media ist guter Content. Social Media ist Geschichten erzählen. Mit der richtigen Story baut man Reichweite auf, schafft Kommunikation. Wenn Sie es nicht schaffen, guten Content zu erzeugen, werden Sie im Netz zerrissen. „Content is king“ gilt nicht nur für Google. Dieser Leitsatz zieht sich wie ein roter Faden durch das Onlinemarketing.

Kai-Uwe Gutsch
(Follow Me – Der Social Media und Online Marketing Blog)