Foursquare – ein neuer Trend schwappt nach Deutschland

Vor zwei Jahren wurde das Internet-Start-Up in New York von Dennis Crowley gegründet. Inzwischen gilt er mit seinem Dienst Foursquare als zweiter Mark Zuckerberg. Um was geht es? Mit dem Slogan „Check-In – Find Your Friends – Unlock Your City“ wirbt das ortsbezogene soziale Netzwerk nun auch in Deutschland um Mitglieder. 6,5 Millionen Menschen (Stand Februar 2011) in 200 Ländern sind bereits dabei.

Die User können an Orten „einquecken“ und somit Ihren Freunden zeigen, wo sie sich gerade aufhalten. Wer sich an einer Location am häufigsten einlogt wird der „Major“, also der Bürgermeister. Den Freunden können so auch Informationen z.B. über das gerade besuchte Restaurant oder die besichtigte Sehenswürdigkeit übermittelt werden. Das einquecken läuft bequem über das eigene Smartphone, dass den aktuellen Standort per GPS ermittelt und an die Foursquare-Gemeinde weiterleitet.

Ziel von Crowley ist aber an sich nicht das Spiel. Er möchte mit Foursquare lokalen Händlern Informationen über ihre Kunden verkaufen. In einem Interview mit der Welt am Sonntag äußerte sich Crowley: „Wir bekommen Geld dafür, dass wir Restaurantbesitzern beispielsweise Informationen über ihre Nutzer geben. Wer sind ihre besten Kunden? Wer waren die besten Kunden? Warum sollten wir keine Aussage machen können, wer künftig die besten Kunden sind?“ So können gezielt Aktionen der lokalen Händler eingebaut werden: Beim fünften Besuch bekommt der Kunde ein Geschenk, der Bürgermeister erhält ein Freibier oder wer einen Freund mitbringt erhält eine Belohnung.

Das sind aber Zukunftsvisionen. Noch muss kein lokaler Händler bezahlen. Es geht in erster Linie darum zu wachsen und möglichst viele User zu gewinnen.

50 Mitarbeiter sind momentan mit dem Dienst beschäftigt. Der schnelle Wachstum hat inzwischen dazu geführt, dass Foursquare in einem Zug mit Twitter, Groupon und Facebook genannt wird. Und nicht nur das. Ein Branchenriese wie Yahoo hat bereits ein Übernahmeangebot abgegeben. Allerdings wurde das Angebot (noch) von Crowley abgelehnt.

Foursquare ist allerdings nicht einzigartig. Facebook bietet bereits seit 2010 den Ortungsdienst „Places“ in Deutschland an. Aber statt von Facebook vom Markt verdrängt zu werden, wuchs die Usergemeinde noch einmal stark an. Da lokale Händler wohl kaum mit zig Unternehmen zusammenarbeiten wollen, heißt es für Forsquare schnell zu den relevanten Communitys zu gehören. Im Gegensatz zu Groupon und Facebook, die mit eigenen Mitarbeitern die Akquisition zu beschleunigen, geht Crowley andere Wege. Die User sollen ihre Lieblingsgeschäfte dazu aktivieren auf Foursquare aktiv zu werden. Und einen weiteren Unterschied gibt es zu Facebook: Foursquare ist ein Spiel. Und wer spielt schon nicht gerne?

Die deutsche Seite findet man übrigens unter: de.foursquare.com

Kai-Uwe Gutsch
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