Soziale Netzwerke – Ein Blick über den Tellerrand (Teil 3 Friendica)

Wie sieht eine Welt nach Facebook aus? Gibt es überhaupt eine Welt nach Facebook? Laut Friendica ist die Zeit von dem US Riesen begrenzt: „The Friendica Project is a world-wide consortium of software developers creating decentralised social platforms and technology for the coming post-Facebook world.”

Friendica

Friendica (ehemals Friendika) ist ein soziales Netzwerk, dass stark an Diaspora* erinnert. Auch hier stehen wirkungsvolle Datenschutzeinstellungen im Vordergrund. Auch hier handelt es sich um dezentrales soziales Netzwerk, d.h. jeder Nutzer installiert sich die freie Software auf den eigenen Server und ist somit Herr über seine Daten.

Friendica - Alternative zu Facebook?Hinter Friendica steht kein Unternehmen. Es handelt sich um ein Open Source Projekt, das von diversen Entwicklern freiwillig und informell betrieben wird. Im Gegensatz zu Diaspora* ist die Installation der Server Software aber auch für technische Laien zu realisieren. Die Schwierigkeitsstufe liegt in etwas bei der Installation eines WordPress Blogs. Aber auch bei Friendica besteht die Möglichkeit sich auf öffentlichen Servern anzumelden.

Das Prinzip von Friendica funktioniert ähnlich wie bei allen sozialen Netzwerken. Es können aber sogar Posts von Facebook & Co. importiert werden und als Besonderheit gibt es neben dem Standard Like auch einen Dislike-Button.

Der Hauptunterschied zu Diaspora* ist wohl, dass die Entwickler einfach aktiver sind. Diaspora* scheint einzuschlafen, von Mike Macgirvin, einem der Hauptentwickler von Friendica, gab es erst im August einen Artikel mit Visonen wohin sich das Netzwerk entwickeln möchte.

Im Dezember 2012 lag die öffentliche Benutzerliste von Friendica bei knapp 8.000 Einträgen. Allerdings ist es keine Pflicht das Benutzerprofil dort zu veröffentlichen. Nichtsdestotrotz sprechen die Zahlen natürlich für sich und es wird schnell klar, das Facebook momentan wohl niemand das Wasser reichen kann.

Und was gibt es sonst noch?

Neben Friendica und Daispora gehen auch Buddycloud und Libertree dem Ansatz der dezentralen Server nach. Beide erinnern stark von der Optik an Twitter. Buddycloud fährt den Teamgedanken (Ideen austauschen und realisieren). Libertree ist ein Projekt in noch sehr früher Entwicklungsphase, dass von einem ehemals sehr aktiven Diaspora Mitglied entwickelt wurde.

Es gibt noch diverse weitere dezentrale Netzwerke, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Friendica, Diaspora* & Co sind selbstverständlich momentan keine echte Konkurrenz von Facebook, aber sie bieten Alternativen. Wo die Entwicklung hingeht bleibt abzuwarten, noch schafft es keiner Mark Zuckerberg nur annähernd an den Karren zu fahren.

Kai-Uwe Gutsch
(Follow Me – Der Social Media und Online Marketing Blog)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert