Googles neue Bildersuche


Die neue Google Bildersuche ist in Deutschland noch gar nicht online und trotzdem bereits der große Aufreger in der Netzgemeinde. Besonders Künstler, Fotografen und alle Bilderurheber sind in hellem Aufruhr.

Was hat sich geändert? Wenn man bisher auf die Bilder in der Google Suche klickte, wurde man auf die dazugehörige Webseite geleitet. Nun bekommt man das Bild direkt und in voller Auflösung in Google angezeigt. Die Webseite auf der das Bild veröffentlicht wurde, ist lediglich über einen Link zu erreichen.

Neue Google Bildersuche

Die neue Google Bildersuche spaltet die Netzgemeinde.

Userfreundlich, sagt Google, eine Frechheit sagen viele Kreative, die Urheberrechtsverletzungen sehen und Umsatzeinbrüche befürchten, wenn der User nicht mehr auf ihre Seite geführt wird.

Zeigt Google nun endlich sein wahres Gesicht? Viele glaubten es ja schon immer gewusst zu haben: Google ist ein Bösewicht, der sich in vielen Bereichen in der Grauzone bewegt. Jetzt soll der US Riese aber mit seiner Neuerung klar in der schwarzen Region angekommen sein.

Laut Einschätzung vieler Experten hat Google nun eine Linie überschritten und begeht eine klare Urheberrechtsverletzung. Die bisherige Suche wurde von zwei BGH Entscheidungen aus dem Jahr 2010 und 2011 für zulässig erklärt. Der Urheber gibt beim Veröffentlichen seines Bildes eine stillschweigende Einverständniserklärung, dass seine Bilder auch in den Suchdiensten erscheinen. Jetzt allerdings erscheint das Bild nicht als Thumbnail sondern in voller Auflösung bei Google – also nicht mehr nur in der eigenen Webseite.

Inwieweit Google hier eine Urheberrechtsverletzung vornimmt, werden Gerichte klären müssen. Klar ist jedoch, dass im Gegensatz zu den Kreativen, die User begeistert sind über die neue Bildersuche. Am besten Sie testen erst einmal selbst.

Testen Sie die neue Google Bildersuche

Über folgenden Link können Sie sich auf google.com ein eigenes Bild über die neue Suche machen. Allerdings ist die Nutzung Browserabhängig. Mit einer aktuellen Firefox Version sind Sie auf der sicheren Seite für den Test.

Was ist wichtiger: Urheberrecht oder Usernutzen?

Sieht man sich die Kommentare der User auf dem Google Webmasterblog an, so sind diese überwiegend positiv. Somit hat Google wohl aus Nutzersicht alles richtig gemacht. Datenschutz und Urheberrecht interessieren scheinbar nur deutsche User. Wie ist Ihre Meinung?

Ein interessanter Aspekt ist auch die in den Kommentaren gestellte Frage: Ist Google eine Suchmaschine oder eine Bildergallery? Mit der jetzigen Lösung wohl eindeutig das Zweite. Aber die Devise von Google ist einfach: Für den User das beste Ergebnis präsentieren. Sucht dieser nach einem Bild, bekommen der Nutzer es nun schneller und ohne Umwege über Webseite des Urhebers.

Und hier stellt sich nun die Frage des Urheberrechts. Stehen die Bilder in der Google Suche innerhalb des Kontextes der Webseite oder reichen die schwachen Hinweise hierzu nicht aus? Eine neue Spielwiese für Anwälte tut sich hier auf. Vielleicht müssen wir doch über kurz oder lang die amerikanische Mentalität annehmen und beim Thema Datenschutz und Urheberrecht kapitulieren?

Google geht jedenfalls konsequent den nächsten Schritt in Richtung des eigenen Mottos: Antworten geben, statt Links liefern.

Übrigens: Schauen Sie sich doch einmal die Bildersuche bei Bing an. Hier wird bereits seit über einem Jahr ein identisches Suchergebnis angeboten – ohne das es jemand gemerkt hat.

Die neue Google Bildersuche aus Sicht der Webmaster

Was können SEO Experten künftig tun, um ihre Bilder schreibt Google auf dem Webmasterblog:

  • Es werden nun detaillierte Informationen über das Bild (die Metadaten) rechts unterhalb des Bildes in den Suchergebnissen gezeigt, anstatt den User auf eine separate Landingpage weiterzuleiten.
  • Einige Keyinformationen werden prominenter neben dem Bild dargestellt: Den Titel der Seite von der das Bild stammt, den Domainnamen der Ursprungsseite und die Bildgröße.
  • Auf den Domainnamen lässt sich nun klicken und es gibt einen zusätzlichen Button, der zu der Hostseite führt. Nun befinden sich also vier Links auf der Seite, statt der bisherigen zwei. Laut Google eigenen Tests wurden so die Klickraten der gehosteten Webseiten gesteigert.
  • Die Ursprungsseite wird nicht mehr im Hintergrund geladen, was die Geschwindigkeit der Useranfragen erheblich verbessert. Die Klickraten und Besucherstatistiken werden nun akkurater dargestellt. Die Suchanfragen werden weiterhin im Rahmen des Webmaster Tools dargestellt.

Laut Darstellungen in der deutschen Online- und Bloggerszene, lassen sich die Google Testergebnisse zu gesteigerten Klickraten alles andere als bestätigen. So berichten SEOs von klaren Einbrüchen des Traffics auf den Bilderursprungseiten. Dies betrifft also vor allem Fotografen und Künstler, die mit Ihren Bildern letztendlich Geld verdienen wollen. Für die Konversionen hat es allerdings kaum Auswirkungen, da zahlende Kunden auch bisher kaum über die Bildersuche kamen.

Sperren Sie Ihre Bilder für die Google Bilder Suche

Wenn Sie Bedenken haben und Ihre Bilder aus der Google Bilder Suche heraushalten wollen, ist dies auch ohne Probleme möglich durch eine einfache Einstellung in der robots.txt Datei. Hier können Sie den Suchmaschinen verbieten, Inhalte zu indizieren.

Eine genaue Anleitung finden Sie auf der Seite der Google Webmaster Tools.

Warum nicht einfach die Bilder für die Google Suche in geringer Auflösung einbinden und die hochauflösenden Exemplare aus der Suche nehmen?

Wie bereits beim Thema Leistungsschutzrecht, kann ich den Aufschrei der Netzgemeinde nur bedingt nachvollziehen. Alles was den Datenschutz und das Urheberrecht tangiert, wird in Deutschland stets mit großem Brimborium breitgetreten. Wirkliche Maßnahmen, die den Schutz von Beiden garantieren sind allerdings nicht zu sehen. Googles Ziele scheinen sich von deutschen Beamten nicht wirklich stoppen zu lassen.

Weitere Artikel zum Thema „Optimierung Ihrer Bilder für die Google Suche“ finden Sie unter:
SEO für die Google Bilder Suche
SEO für die Google Bilder Suche – Teil 2

Kai-Uwe Gutsch
(Follow Me – Der Social Media und Online Marketing Blog)

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