Jetzt twittert selbst der Papst

Bevor ich die Reihe “soziale Netzwerke – ein Blick über den Tellerrand“ fortsetze, muss ich einfach auf die Meldung der Woche eingehen: Der Papst ist jetzt auch auf Twitter aktiv!

@Pontifex – der neue Twitter Account des Vatikans

Papst Benedict auf Twitter

Als sich Papst Benedict am Montag bei Twitter unter @Pontifex anmeldete hatte er innerhalb von einer Stunde 200.000 Follower. Inzwischen sind es bereits 470.000 und das ohne einen einzigen Tweet. Auf dem deutschen Kanal sind es zur Zeit ca. 12.000 Follower

Am 12. Dezember soll der Account offiziell eröffnet werden. Papst Benedict wird während einer Generalaudienz die ersten Tweets persönlich absetzen.

Im Vorfeld können Twitter User unter dem Hashtag #AskPontifex Fragen zum Glauben und zu religiösen Themen an den Papst schicken. Bei der Masse an zum großen Teil völlig hirnlosen Fragen, wird das Social Media Team des Vatikans an diesem Hashtag sicherlich viel Freude haben.

Natürlich wird der 85 jährige nicht weiterhin persönlich twittern, aber er soll sich um die Auswahl der Nachrichten kümmern, die gesendet werden. In 8 Sprachen werden die Kommentare anschließend auf die Reise geschickt.

Twitter begeistert vom Papst

Auch Twitter selbst kann der Account des Pontifex nur gut tun. Mehr als eine Milliarde Katholiken sind als neue Zielgruppe für den Microblog hinzugekommen. Und so freut sich auch der Director of Social Innovation bei Twitter Claire Diaz Ortiz gegenüber Radio Vatikan: „Wir hoffen, dass der Papst sowohl Gläubige als auch Nicht-Gläubige miteinander verbindet.“

Einzug des digitalen Zeitalters beim Vatikan

Aber das digitale Zeitalter hat nicht nur in Sachen Twitter Einzug im Vatikan gehalten. Ende Dezember steht den Gläubigen zusätzlich ein App zur Verfügung, der alle Reden und Auftritte des Papstes abrufbar macht.

Auch auf YouTube ist ein eigener vatikanischer Kanal zu finden – und das mit bereits über 36.000 Abonnenten.

Laut focus.de teilte der Vatikan mit: „Die Präsenz des Papstes bei Twitter ist ein konkreter Ausdruck seiner Überzeugung, dass die Kirche auf der digitalen Bühne präsent sein muss.“

Alle News gebündelt findet man auf news.va Selbstverständlich darf auch Facebook nicht fehlen. Das Profil wurde Anfang des Jahres freigeschaltet und hat momentan ca. 18.000 Fans.

Ist dies ein erster Schritt hin zu einer zeitgemäßen Öffnung der katholischen Kirche? Vielleicht sind über Twitter ja zukünftig Stellungnahmen zu Themen wie „Priester und Heirat“ oder „Frauen als Pfarrer“ zu erwarten.

Kai-Uwe Gutsch
(Follow Me – Der Social Media und Online Marketing Blog)